Antigen-Schnelltest (Abstrich)

Mit dem Antigen-Schnelltest kann eine Corona-Infektion innerhalb von 15 Minuten ausgeschlossen werden. Bei einem positiven Testergebnis wird das Ergebnis nochmals durch eine Kontroll-Untersuchung im Labor überprüft.

In den an Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie teilnehmenden Praxen werden die Abstriche bei Patienten mit Erkältungszeichen oder mit Kontakt zu Corona-Positiven nach dem Flussschema des RKI durchgeführt. Als Dauer bis zum Vorliegen der Ergebnisse sind zwei bis drei Tage die Regel. Die im Labor durchgeführte PCR-Methode gilt als Standard, obwohl die Testgüte unter den aktuellen Alltagsbedingungen nicht vollständig überzeugen kann. Eine Wiederholung des Antigen-Nachweises bei Patienten mit Symptomen und negativem Abstrich wird empfohlen, ist aber derzeit nicht Gegenstand der nationalen Teststrategie

Seit Kurzem sind COVID-19-Antigen-Schnellteste verfügbar. Zwischen den Tests gibt es geringe Unterschiede in der Testgenauigkeit. Eine Übersicht über die Testgüte der zugelassenen Tests finden Sie auf der Webseite der zuständigen Bundesbehörde hier. Auch für diese Tests sind eher die korrekte Entnahme des Abstrichs und der Zeitpunkt der Entnahme im Infektverlauf entscheidend für die Aussagekraft der Tests. Wir achten daher sehr darauf, dass wir die Fehlermöglichkeiten für einen fehlerhaften Abstrich(zeitpunkt) minimieren (z.B. erst sehr kurz zurückliegende Ansteckung mit dem Virus). Da mit Lieferengpässen bei den Schnelltests zu rechnen ist und somit nicht immer der beste Schnell-Test verfügbar sein wird, finden Sie hier die Übersicht aller drei Tests, die von uns verwendet werden:  

Der Panbio-Test der Firma Abbott (Panbio™ COVID-19 Antigen-Schnelltest) ist ein Antigen-Schnelltest zum direkten Virusnachweis von SARS-CoV-2. Die Sensitivität beträgt 91,4 %, d.h. von 100 Personen, deren Ergebnis positiv ist, ist das Ergebnis bei 9 Personen falsch positiv (diese Personen sind nicht erkrankt; daher wird ein positives Ergebnis nochmals durch einen weiteren Abstrich überprüft).  Die Spezifität des Tests beträgt 99,8 %, d.h. von 500 Personen, die ein negatives Testergebnis erhalten haben, ist bei einer Person das Ergebnis falsch (die Person ist erkrankt, der Test hat diese Erkrankung nicht entdeckt). Falsch negative Testergebnisse sind das eigentliche Risiko, denn die eigentlich Erkrankten können weitere Menschen anstecken.

Der Roche SARS-CoV-2 Antigen-Schnelltest hat eine Sensitivität von 96,52%, d.h. nur bei 4 von 100 Patienten ist das Ergebnis falsch positiv. Am Vorgehen ändert sich jedoch nichts, auch bei den Patienten, die mit diesem Test ein positives Ergebnis ermittelt bekommen haben, wird erneut ein Abstrich durchgeführt. Die Spezifität des Tests beträgt 99,68%, so dass bei einer von 300 Personen ein falsch negatives Ergebnis erwartet werden muss. Der Test ist also etwas sicherer für den Nachweis und etwas weniger sicher für den Ausschluss von COVID-19 als der Abbott-Test.

Der beste Schnelltest ist der Nadal COVID-19 Antigen-Schnelltest. Er wird von der Firma nal von minden GmbH, Moers bereitgestellt. Seine Sensitivität wird mit 97,6 % und seine Spezifität mit >99,9 % angegeben. Wenn Sie mit dem Test ein negatives Ergebnis angezeigt bekommen, können Sie beruhigt sein. In weniger als einem von 1.000 Fällen hat der Test ein falsches Ergebnis geliefert. Die Testergebnisse liegen nach 15 Minuten vor. Eine Kreuzreaktivität mit humanpathogenen Coronaviren (wie hCoV-229E, -HKU1, -NL63 oder -OC43) beziehungsweise Influenza-Viren (wie Influenza A/B) besteht nach Angaben der Hersteller nicht. 

Alle Tests dürfen nur durch medizinisches Personal angewendet werden. Bei uns erfolgt die Durchführung des Tests im "Infekt-Mobil", das 50 Meter von der Praxis entfernt leicht zu finden ist. 

Die Tests werden außerhalb von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen derzeit noch nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Wir gehen davon aus, dass sich dies bald ändern wird. Denn die Vorteile des Tests liegen auch für die ambulante Versorgung auf der Hand:

Wenn Sie Zeichen einer Erkältung haben, aber eigentlich arbeiten wollen und der Schnelltest ein negatives Ergebnis zeigt, müssen wir keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausstellen. Wenn Sie allerdings den von der gesetzlichen Krankenkasse erstattungsfähigen Abstrich durchführen lassen, müssen wir für mindestens drei Tage (solange dauert es i.d.R., bis dass das Ergebnis der PCR-Messung aus dem Labor vorliegt) eine AU ausstellen. Für Selbstständige/ Unternehmer kann daher die Übernahme der Kosten für einen Antigenschnelltest eine sinnvolle Maßnahme sein, denn wichtige Mitarbeiter bleiben verfügbar. Ohne hinreichenden Beweis für den Ausschluss einer Infektiosität mit SARS-CoV-2 müssen wir gemäß der RKI-Empfehlung derzeit mindestens 5, in der Regel aber sogar 7 Tage eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen. Für viele Produktionsbetriebe dürfte dies kaum akzeptabel sein.

Wir sind davon überzeugt, dass auch der COVID-19-Antigen-Schnelltest bald für Patienten eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen sein wird. Wir haben schon jetzt ausreichend Testkapazitäten verfügbar. Sprechen Sie uns gerne an.