Sie sind erkältet?

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu Corona, Influenza und sonstigen Erkältungskrankheiten

Die ersten vier Fälle von Corona-Virus-Infektion wurden Anfang März in unserer Region festgestellt. Der Infektionsweg verlief von den Niederlanden zu uns nach Ahaus. Die betroffene Familie hat sich vorbildlich an die geltenden Empfehlungen gehalten und zuerst in ihrer Hausarzt-Praxis angerufen. Von dort wurde in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Abstrichröhrchen an die Familie abgegeben. Ein symptomfreies Familienmitglied brachte diese dann auf Weisung des Gesundheitsamtes in unsere Praxis in Alstätte. Am Freitag wurden schon erste Proben bei Kontaktpersonen organisiert. Alle Abstriche zeigten ein negatives Ergebnis auf Corona-Viren. 

Bei mehr als 80 Kindern, Lehrern und Menschen im unmittelbaren Umfeld, die mit Angehörigen der betroffenen Familie Kontakt hatten, wurden ebenfalls Abstriche gemacht (Info Kreis Borken). Das Ergebnis ist bei allen Getesteten negativ, d.h. keiner hat sich mit Corona-Virus angesteckt.

Zwischenzeitlich ist die Corona-Infektionskette auch über Ski-Gebiete in Österreich und Italien in unsere Region gelangt. Die Situation spitzt sich von Tag zu Tag zu. Die sofortige Einschränkung aller nicht notwendigen sozialen Kontakte ist nun das Gebot der Stunde. Wenn Sie medizinische Versorgung benötigen, sollten Sie über die wichtigsten Dinge Bescheid wissen:

 

Was ist zu tun, wenn Sie die Krankheitszeichen einer Erkältung (Husten, Schnupfen, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ggf. Fieber) haben?

In dieser Jahreszeit ist die normale "Erkältung" häufig. Die "richtige Grippe" (Influenza) ist in unserer Region ebenfalls angekommen, hat aber ihren Höhepunkt schon erreicht oder hoffentlich sogar schon überschritten. Die Unterscheidung zwischen Influenza- und Corona-Infektion oder "normaler" Erkältung ist anhand der Krankheitszeichen nicht möglich. Bleiben Sie also bei Erkältungszeichen zuhause. Wenn Sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung benötigen, rufen Sie bitte bei uns an.

Praxis Wüllen: Tel.: 02561-98680

Praxis Alstätte: Tel. 02567-93140

Wir werden das weitere Vorgehen telefonisch mit Ihnen klären. Zwar ist Medizin am Telefon keine "Telemedizin", aber wir werden pragmatisch die neuen gesetzlichen Möglichkeiten nutzen, um in dieser Situation für Sie unkomplizierte Lösungen umzusetzen. Wie Sie sich als Kontaktperson verhalten, erläutert Ihnen diese Information der zuständigen Bundesbehörde, das Robert-Koch-Institut (RKI).  

 

Was tun, wenn sich Ihr Zustand verschlechtert?

Damit auch in den nächsten Wochen die hausärztlichen Praxen "offen" bleiben und das Personal nicht unter "Quarantäne" gestellt wird, sind Hausbesuche ohne Schutzkleidung nicht möglich. Noch haben wir die vorgeschriebene Schutzkleidung nicht erhalten. Auch bei einem schweren Krankheitsverlauf müssen wir das weitere Vorgehen daher telefonisch besprechen und können keine Hausbesuche bei "Corona-Verdacht" durchführen. Sie können den Abstrich zum Nachweis auf Corona-Virus im Verdachtsfall auch selbst durchführen. Die nötigen Informationen finden Sie hier

 

Wie schnell verschlechtert sich Ihr Gesundheitszustand, wenn ein schwerer Verlauf zu erwarten ist?

Die Verschlechterung des Gesundheitszustands erfolgt in den wenigen schweren Verläufen sehr schnell. Die Zeitspanne von ersten Krankheitszeichen bis zur Lungenentzündung dauert bisher etwa 4 Tage. Eine weitere Verschlechterung führt nach durchschnittlich 5-7 Tagen zur Aufnahme ins Krankenhaus, der bei milderem Verlauf nach etwa zwei, bei schwerem Verlauf nach 4-6 Wochen beendet war. Todesfälle treten fast ausschließlich in der Gruppe der >50-Jährigen und Menschen mit Vorerkrankungen auf. Zu den Eigenschaften des Virus informiert das RKI hier. Der schwere Verlauf wird die Ausnahme bleiben. Für die große Zahl der Betroffenen wird die Corona-Infektion eine "Erkältung" oder "starke Grippe" sein. Indem Sie als "Erkälteter" den Kontakt zu anderen meiden, helfen Sie, die Anzahl schwerer Verläufe auf ein Minimum zu beschränken. Infektionsschutz und besonnenes Verhalten ist für uns in Ahaus also Bürgerpflicht!  

 

Wie kann ich mich vorbereiten, um bei einer Corona-Infektion möglichst wenig Schaden zu nehmen?

Eine Impfung gegen Influenza (Grippeimpfung) ist auch jetzt noch für Ungeimpfte oder Vorerkrankte, die schon im September/ Oktober geimpft wurden, sinnvoll. Schon viele unserer Patienten haben sich impfen lassen. Für alle anderen ist noch Impfstoff in unserer Praxis vorhanden: Kommen Sie zur Impfung gerne direkt in die Hausarztpraxen nach Wüllen (Grüner Weg 2) oder Alstätte (Aastr. 1). Es existiert bisher noch keine zugelassene Impfung oder ein wirksames Medikament gegen die Corona-Infektion. Bis zur Erkrankungswelle, die für den folgenden Herbst zu erwarten ist, wird das deutsche Gesundheitssystem voraussichtlich aber noch besser vorbereitet sein. Bleiben Sie zuversichtlich!

 

Wie verhalten Sie sich am besten, wenn Sie zu uns in die Praxis kommen?

Wir haben im Eingangbereich Desinfektionsmittelspender für Sie bereitgestellt. Unser Partner, die Firma Ulticom in Ahaus, hat genügend Desinfektionsmittel verfügbar. Bitte desinfizieren Sie also Ihre Hände beim Betreten der Praxis. Husten/ Niesen Sie sich nicht in die Hand, sondern in ein Taschentuch oder den Ärmel von Mantel oder Jacke. Falls dies einmal nicht gelungen ist, nutzen Sie die Desinfektionsspender in den weiteren Zimmern der Praxis. Begrüßung und Abschied erfolgt bei uns bis auf Weiteres nur "japanisch" oder mit "Corona-Faust". ;-)

 

Was wird in den nächsten Wochen passieren?

Natürlich können wir an dieser Stelle nur spekulieren, aber aller Voraussicht nach wird die Corona-Infektion -bei Befolgung der von der Regierung eingeleiteten Maßnahmen- bis zum Sommer weniger schlimm verlaufen sein, als eine "normale" Influenza-Saison. In einer solchen sterben in Deutschland etwa genauso viele Menschen an Influenza (richtige Grippe) wie durch Verkehrsunfälle (etwa 3.500 pro Jahr). Ihr "Sicherheitsgurt" ist beim Infektionsschutz vor Corona-Erkrankung ein gestärktes Immunsystem (ausgewogene Ernährung, Bewegung und genügend Schlaf fördern dieses), die Beachtung der "Hygieneregeln" und bei Bedarf die häusliche Quarantäne (weitere Informationen dazu finden Sie hier).

 

Auf was sollten Sie sich in diesem Jahr vorbereiten?

Im Jahr 2017/2018 starben an der Grippe über 25.000 Menschen in Deutschland. Trotz unserer intensiven Empfehlung, haben sich weniger als die Hälfte aller Risikopatienten unserer Praxen gegen diese Atemwegsinfektion "Influenza-Grippe" im letzten Jahr impfen lassen. Zwar ist für wenige Betroffene die Corona-Infektion gefährlicher, aber für die Vielzahl aller Betroffenen wird sich die Corona-Infektion kaum von der "leichten" Grippe unterscheiden. Panik vor der Corona-Infektion ist daher unangemessen. Um Ihrem Immunabwehr-System einen "Zwei-Fronten-Krieg" zu ersparen, sollten Sie im nächsten Herbst aber auf jeden Fall die Influenza-Impfung wahrnehmen (siehe auch Artikel Dt. Ärzteblatt). Denn bei gleichzeitiger Influenza- und Corona-Erkrankung ist auch ein sehr gutes Immunsystem gefährdet, den Kampf gegen die Viren zu verlieren. Die Influenza-Impfung ist also im nächsten Jahr besonders wichtig.     

 

Wissen Sie, was im Nachbarland passiert?

Die Infektion im Kreis Borken erreichte uns "über die Grenze". Hier finden Sie weitere Informationen aus den Niederlanden (offiziell und schnell).

 

Weitere Informationen finden Sie zu Corona unter den nachfolgenden Links:

Bürgertelefon zum Corona-Virus: 0211-855 4774

Informationen der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM).

Informationen des Hausärzteverbands Westfalen-Lippe (HÄV-WL).

Informationen der KVWL und des Gesundheitsministeriums NRW sowie der Bundeszentrale für gesundheitsliche Aufklärung (BZGA).